Neurologische Diagnostik


Kern der neurologischen Diagnostik sind die eingehende Anamnese, also die Aufnahme der Krankheitsgeschichte, deren Bewertung und die neurologische Untersuchung. Im Anschluss wird entschieden, welche apparativen Untersuchungen sinnvoll ergänzt werden sollten.
Reflexhammer und Stimmgabel

Im Allgemeinen beginnt die neurologische Diagnostik mit der Erhebung einer ausführlichen Anamnese. Dabei werden zum Beispiel das zeitliche Auftreten von aktuellen oder früheren Symptomen erfragt, sowie Begleiterkrankungen und die Einnahme von Medikamenten. Oft ist es auch hilfreich, nahe Angehörige für eine Fremdanamnese miteinzubeziehen. Im Hinblick auf erbliche Erkrankungen spielt die Familienanamnese eine hervorgehobene Rolle. Nicht nur Informationen zur Gesundheit der Eltern, Geschwistern und Kinder eines Patienten können dabei eine Rolle spielen, sondern auch zu weiter entfernten Verwandten und früheren Generationen. Es macht daher Sinn, sich im Vorfeld innerhalb der Familie hierzu auszutauschen.

Die klinisch-neurologische Untersuchung beinhaltet Tests zu verschiedenen Systemen. Im Allgemeinen werden die Funktionen der zwölf Hirnnerven untersucht, sowie die Systeme Motorik, Reflexe, Sensibilität und Koordination. Insbesondere im Rahmen der Erstuntersuchung kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen.

Je nach Fragestellung schließen sich im Anschluss an die Anamnese und die klinisch-neurologische Untersuchung apparative Untersuchungen an. Verfahren der Bildgebung (insbesondere CT und MRT) werden durch Radiologen bzw. Neuroradiologen durchgeführt und bewertet und können wertvolle Informationen bringen.

Elektrophysiologische Untersuchungen werden direkt durch den Neurologen durchgeführt. Hierzu gehören die Elektroneurographie und Elektromyographie, die insbesondere der weiteren Einordnung bei Erkrankungen oder Verletzungen peripherer Nerven, bei Muskelerkrankungen oder bei Motoneuronerkrankungen dienen. Nähere Informationen zur Durchführung dieser Untersuchungen finden Sie hier.

Wenn sich nach der neurologischen Diagnostik der Verdacht auf eine erbliche Erkrankung ergibt, werden molekulargenetische Untersuchungen angeschlossen. Molekulargenetische oder humangenetische Untersuchungen hohen diagnostischen Wert und sind häufig die einzige Möglichkeit, um eine definitive Diagnose stellen zu können. Informationen zur Voraussetzung und Durchführung humangenetischer Diagnostik finden Sie hier.

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